Ästhetische Chirurgie: Maximale Sicherheit für Patienten

Wien (pts/01.02.2011/10:30) - Ob Botox, Gesichtsstraffung, Fettabsaugung oder Brustvergrößerung - eines haben diese Eingriffe gemeinsam: Sie sind aus medizinischer Sicht nicht notwendig, erleben aber einen nie dagewesenen Aufschwung.

Allein in Österreich gab es im Jahr 2006 40.000 Eingriffe, zehnmal so viele waren es in Deutschland. In Großbritannien wurden 217.000 und in den Niederlanden 77.000 Eingriffe gezählt. Ab 2012 soll eine derzeit in Ausarbeitung befindliche Norm für mehr Sicherheit für Patienten sorgen und Gefahrenquellen nachhaltig zu Leibe rücken.

Der Bedarf an Normung im Bereich Dienstleistungen steigt, oft werden länderübergreifende Lösungen angestrebt. So auch im Bereich ästhetische Chirurgie. Austrian Standards Institute trug diesem Trend Rechnung und organisierte ein Europäisches Norm-Projekt. DI Dr. Karl Grün, Director Development, Austrian Standards Institute: "Normen bieten dem Konsumenten Schutz und tragen in hohem Maß zu seiner Sicherheit bei. In einem Zeitalter, wo Dienstleistungen immer mehr in den Vordergrund rücken, ist es wichtig, dass der Konsument sich auch hier auf allgemeingültige Standards verlassen kann - und das trifft besonders auf die ästhetische Chirurgie zu."

So wurde im April 2010 beim Europäischen Komitee für Normung, CEN, ein österreichischer Antrag auf die Entwicklung einer Europäischen Norm für ästhetische Chirurgie eingebracht, deren Ziel es ist, Patienten maximalen Schutz und Sicherheit zu bieten. Gegründet wurde ein interdisziplinäres Gremium, dem Vertreter aus 22 Ländern Europas angehören. Ebenso arbeiten Vertreter von acht europäischen bzw. internationalen medizinischen Gesellschaften mit.

Der hochkarätige Ausschuss, bestehend aus Medizinern verschiedener Fachrichtungen, Patienten, Konsumentenschützern, Behördenvertretern, Verantwortlichen in Kliniken und Dienstleistungsunternehmen der ästhetischen Chirurgie, tagte vom 21. bis 22. Jänner 2011 unter der Federführung von Austrian Standards Institute in Wien. Thema war einerseits die Finalisierung eines Ethikkodexes, der bereits in einem ersten Meeting im September 2010 in Bratislava erarbeitet wurde, sowie andererseits die Weiterentwicklung der Norm auf Basis der eingebrachten Vorschläge und Stellungnahmen.

Dr. Johann Umschaden, Primarius an der Schwarzl Klinik Laßnitzhöhe, Steiermark, und zugleich Leiter des Normungskomitees bei Austrian Standards Institute: "Wichtige Fragen rund um einen Eingriff sind für Patienten meistens nicht unmittelbar erkennbar bzw. überprüfbar. Ist das Operationsbesteck keimfrei? Was macht der Behandelnde, falls es Komplikationen gibt? Wurde ich ausreichend individuell beraten oder hat man mir unliebsame Details vorenthalten, um das Geschäft nicht zu verlieren? Hier gilt es viele Punkte gründlich durchzudiskutieren."

Wer darf was wann und wo?

Ziel der Komitee-Sitzung war es, die Anforderungen an die Norm für ästhetische Chirurgie weiter zu spezifizieren. Erörtert wurden unter anderem die Fragen, welche Kriterien eine Person, die im Bereich der ästhetischen Chirurgie tätig ist, erfüllen muss, welcher Eingriff welche Kompetenzen erfordert und wie das Umfeld, in dem Eingriffe durchgeführt werden, hinsichtlich Sterilität und Hygiene beschaffen sein muss. Weiters will das Komitee auch Standards für die Handhabung von Notfällen ausarbeiten. Darüber hinaus wird an einer einheitlichen Offenlegung für Patienten gefeilt, die klar und unmissverständlich informieren soll, nach welchen Qualitätsstandards - vom Erstkontakt bis zur Nachbetreuung - gearbeitet wird.

Der Leiter des Ausschusses, Karl Grün, zeigt sich mit den Ergebnissen der Tagung sehr zufrieden: "Wir haben ein klares Commitment zum Wohl der Patienten über alle Fachdisziplinen hinweg erreicht. Weiterführende Gespräche wurden für Mai in Brüssel fixiert. Bis dahin möchten wir einen ausgereiften Vorschlag präsentieren, der dann bereits im Herbst 2011 der Öffentlichkeit in den jeweiligen Ländern zur Stellungnahme vorgelegt werden soll." Ziel ist es, eine Norm für ästhetische Chirurgie bis Ende 2012 fertigzustellen.

Aktuelles über den Fortschritt des Norm-Projekts finden Sie auf www.as-institute.at/development.

Aussender: Austrian Standards Institute
Ansprechpartner: Regina Slameczka, MAS
Tel.: +43 1 213 00-618
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Website: www.as-institute.at

Quelle: pressetext.com/news/110201011