Tierversuche ohne Tiere - Neue Verfahrung zur Rettung des Sehvermögens

Aachen (pts/28.01.2011/10:00) - Am 2. Februar wird ACTO e.V., das Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (Augenheilkunde), als erstes medizinisches Institut der Technischen Hochschule Aachen angegliedert. Damit erhält es die Bezeichnung AN-Institut der RWTH Aachen. Die Anerkennungsurkunde überreicht ihr Rektor Professor Dr. Ernst M. Schmachtenberg im Rahmen eines Symposiums über die erfolgreichen Projekte in der augenheilkundlichen Forschung des Instituts.

Dazu gehört die Entwicklung einer Methode, die Tierversuche ohne Tiere ermöglicht. So sind die Wissenschaftler z.B. jetzt in der Lage, die Auswirkungen verschiedener ätzender Chemikalien, die mit der Hornhaut des menschlichen Auges in Berührung kommen, am lebendigen Gewebe längst toter Tiere genauestens zu beobachten und zu analysieren und ebenso die Wirkung möglicher Gegenmaßnahmen, also neuer, sich noch im Versuchsstadium befindender Medikamente. Die Tiere, in diesem Fall Kaninchen, wurden weder zu Forschungszwecken gezüchtet, noch mussten sie dafür sterben.

Dank des von ACTO entwickelten Verfahrens ist die Forschung nicht mehr auf den Draize-Test angewiesen. Diese Testmethode gilt seit über 65 Jahren als Standard. Statt die Hornhaut lebender Kaninchen zu verätzen, kann man jetzt das für diese Experimente erforderliche Gewebe von Schlachthöfen beziehen und in einer speziellen Lösung bis zu einem Monat lang lebendig erhalten. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit auf diesem Gebiet erhielten ACTO und das Institut für Halbleitertechnik der RWTH Aachen den Wissenschaftspreis der "Europäischen Partnerschaft für alternative Methoden zu Tierversuchen".

Ein weiterer großer Erfolg des Forschungsinstituts ACTO kommt Menschen zugute, die auf eine Hornhauttransplantation angewiesen sind, für die jedoch keine Spenderhornhaut zur Verfügung steht oder die ein solches Implantat aus verschiedenen Gründen nicht vertragen. Um diesen Menschen zu helfen, entwickelte ACTO gemeinsam mit dem Deutschen Wollforschungsinstitut an der RWTH Aachen aus einer Kombination von Silikon und einem anderen Weichmaterial eine Art künstliche Hornhaut. Diese Keratoprothese wird von dem menschlichen Immunsystem akzeptiert und sie steht heute in zwei Varianten zur Verfügung: einmal als Dauerimplantat oder aber auch für den vorübergehenden Einsatz z.B. bei einem Heilungsprozess.

ACTO kann außerdem auf einem dritten Forschungsschwerpunkt bereits Erfolge vorweisen: der Telemedizin mit der Entwicklung von Online-Sehtests und interaktiven Aufklärungsprogrammen, die den Patienten im Internet zur Verfügung gestellt werden sollen.

Wer steht hinter ACTO?
Aachener Wissenschaftler, die das Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie 1998 gegründet haben. Die Forschungsprojekte werden interdisziplinär verfolgt. Vorsitzende des Instituts: Professor Dr. Norbert Schrage, Augenklinik Köln-Merheim und Professor Dr. Peter Walter, Direktor der Universitätsaugenklinik Aachen

Beide Vorsitzende und Dr. Felix Spöler stehen für Interviews und Hintergrundgespräche gern zur Verfügung. Weitere Informationen: www.acto.de

ACTO Geschäftsstelle
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Tel.: 0241-9974180
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Quelle: pressetext.com/news/110128009