Solarboom am Ende?

Stuttgart (pts014/26.04.2012/10:40) - Der Stuttgarter Finanzdienstleister Höng Wealth Management informiert wie folgt über die aktuelle Situation im Energiesektor, über Solaraktien und Investments in diesem Bereich.

Der Atomunfall in Fukushima vor gut einem Jahr hat die ganze Welt aufgeschreckt. Es war bis dato nahezu unwahrscheinlich, dass ein Unglück wie im April 1986 in Tschernobyl geschehen, noch einmal passieren könnte. Atomkraftwerke galten als sicher, besonders Kraftwerke mit einem sehr hohen technischen Standard, wie in den führenden Industrieländern üblich. Dieses unfassbare Unglück führte in Deutschland zu einer radikalen Wende in der Atompolitik: So wurde vom Bundestag bereits wenige Wochen nach dem Unglück der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Diese veränderten Rahmenbedingungen sollten - so konnte man eigentlich erwarten - zu einem dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien führen. Während sich die ganze Welt Gedanken macht, wie man den CO2-Ausstoß senken und wie auf die gefährliche Atomkraft verzichtet werden kann, kennen die Windkraft- und Solaraktien seit Sommer 2011 bis heute jedoch nur eine Richtung - abwärts! Viele vormals führende Solarfirmen sind inzwischen in die roten Zahlen gerutscht. Hersteller wie Q- Cells, Solon und Solar Millennium sind nun inzwischen insolvent. Andere Hersteller stehen auf der Kippe: so können sich Conergy, REC und Solarworld auf der Kostenseite kaum noch gegen die chinesische Konkurrenz behaupten. Selbst die renommierten Maschinenbauer wie Centrotherm und Manz, deren Solarmaschinen weltweit erstklassige Anerkennung finden wurden inzwischen von der Krise erfasst und müssen mit wegbrechenden Aufträgen fertig werden.

Wie konnte es nur soweit kommen?

Im Jahr 2006 mußte ein Investor für eine PV Anlage mittlerer Größe noch 5000 Euro pro kWp bezahlen. Das Enegieeinspeisegesetz (EEG), das inzwischen in über 40 Länder exportiert wurde, sichert jedem Investor eine garantierte Vergütung für den erzeugten Solarstrom zu. Solarinvestoren erwarten eine Mindestrendite von 7,5% auf ihr eingesetztes unternehmerisches Kapital.

Da die Erlöse gesetzlich verankert und vorgegeben sind mussten die Solarfirmen die Preise für die fertig installierten Solarsysteme nur stets an die Renditeerwartung der Investoren anpassen, um sich entsprechende Verkaufszahlen zu sichern. Jede Reduzierung der Einspeisevergütung führte deshalb stets zu einer Reduzierung der Verkaufspreise - die Renditeerwartung der Solarinvestoren musste wieder erreicht werden. Auf die reduzierten Verkaufspreise mussten die Solarproduzenten mit günstigeren Produktionskosten reagieren. Die Produktionskosten lassen sich am schnellsten und einfachsten durch die sogenannten "Economics of Scale" reduzieren, also kurz gesagt durch den Ausbau der Produktionskapazitäten und den Kostenvorteilen der Massenproduktion. Es wurden Produktionskapazitäten von 35 Gigawatt weltweit aufgebaut, der Bedarf in 2011 belief sich nur auf 24 Gigawatt weltweit. Die aktuellen Vergütungskürzungen in vielen Ländern Europas und vor allem in Deutschland um bis zu 40% Anfang April dürfte zu einem weiteren Rückgang der Nachfrage beitragen. Das aktuelle Überangebot an Produktionskapazitäten wird in der aktuellen Konsolidierungsphase abgebaut werden.

In Zukunft wird sich die Branche eher auf bessere und leistungsfähigere Produkte konzentrieren. So ist zum Beispiel das Forschungs- und Entwicklungspotenzial bei der multikristallinen Technik bei Weiten noch nicht ausgereizt. Letztendlich geht es immer um die Reduzierung der Produktionskosten. Heute werden PV Anlagen mittlerer Größe für 1900 Euro pro kWp verkauft. Die Herstellkosten für den selbst erzeugten Solarstrom liegen deshalb aktuell in Stuttgart bei 19 Cent pro kWh, der beim Energieversorger bezogene Strom kostet ca. 21 Cent pro kWh. Das heißt die lang ersehnte Netzparität ist in Deutschland bereits mehr als erreicht wie bereits auch in vielen anderen Ländern. Spätestens dann, wenn Haushalte bei der Stromerzeugung und - speicherung Geld sparen im Vergleich zum Strombezug durch den Energieversorger, dann wird der Solarboom weitergehen.

Höng Wealth Management rät Investoren in der aktuellen Phase, Solaraktien erst dann zu kaufen, wenn die Konsolidierungsphase abgeschlossen ist.

Aussender: Höng Wealth Management GmbH z.Hd.der Geschäftsleitung
Ansprechpartner: Michael Höng
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0711/627676-76
Website: www.hoeng.de

Quelle: www.pressetext.com/news/20120426014