FanFiction mit Harry Potter

Lady Voldemort or Harry Potter and the Foundation of Salmacis - von Onna RagethHamburg (pts011/11.07.2014/11:30) - Das Kommunikationsdesign-Unternehmen Artiservicium informiert:

Was hat der/die Sieger/in, Conchita Wurst, des Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen mit den weltberühmten Geschichten von Joanne K. Rowling zu tun?

In einer Phase des globalen Umbruchs ist es durchaus üblich, dass Traditionen in Frage gestellt, neue Ideen erprobt und vertraute Dinge ersetzt werden. Demzufolge wird auch die klassisch überlieferte Geschlechterrolle zunehmend kontrovers diskutiert. Der umstrittene Diskurs über die Nivellierung der Geschlechter (die sogenannte Genderisierung) spitzt sich vor allem im Zusammenhang mit öffentlichen Bereichen zu. Speziell erhitzen sich die Gemüter darüber, ob und wie dieses offenbar heikle Thema in staatlichen Lehranstalten gehandhabt werden soll.

FanFiction an der Universität Zürich

Nun zeigt sich diese Auswirkung des allgemeinen Fortschritts sogar bis in die traditionsreichen Hallen der Universität Zürich. An deren Institut für Populäre Kulturen wurde vor nicht allzu langer Zeit ein Seminar mit dem Thema FanFiction angeboten.

Dabei werden Werke eines bestimmten literarischen Genres (wie bspw. Filme, Fernsehserien oder Bücher) von den Anhängern (also von den jeweiligen Fans) nach eigenen Vorstellungen abgewandelt bzw. neu kreiert. Typische Abänderungen beinhalten etwa das Einführen neuer Handlungsstränge, das Erfinden zusätzlicher Protagonisten oder die schicksalshafte Umwandlung bereits agierender Charaktere.

Innerhalb dieses beliebten und mittlerweile nicht zuletzt dank dem Internet weit verbreiteten FanFiction-Metiers gibt es Untergruppierungen. Die sogenannte FanArt stellt eine solche Sektion dar.

Bei der FanArt konzentrieren Fans ihre Arbeit nicht direkt auf die literarische Umnutzung der oben benannten Medien, sondern auf das kreative Erzeugen eines Kunstwerkes, welches die beabsichtigte Veränderung oder sogar Neuschöpfung eines bestehenden Bezugs künstlerisch visualisiert.

Onna Rageth erstellte FanArt zu Harry Potter

In der Weise wurde dies auch von der Kulturwissenschafts- und Geschichtsstudentin, Onna Rageth, lanciert. Im Rahmen des Seminars zum Thema FanFiction wurde den Studenten die Möglichkeit geboten, eine künstlerische Form der Seminararbeit einzureichen: "Erstellen Sie eine eigene FanFiction oder eine FanArt", lautete der Auftrag der fortschrittlichen Dozentin, lic. phil. Petra Schrackmann.

Die Bündnerin Onna Rageth absolvierte vor der Aufnahme ihres Studiums in Deutschland eine mehrjährige Ausbildung zur Strukturistischen Kunstlehrerin bei Laila Capadrutt, der Meisterschülerin des Begründers des Strukturismus, Felix Stoffel.

Daher gab es für die innovative Gewinnerin des Albrecht-von-Haller-Preises (Nationaler Wettbewerb Schweizer Jugend forscht 2010), die als Jugendliche sämtliche Bücher mit den Abenteuern von Harry Potter und dessen Mitstreitern verschlungen hatte, nicht viel zu überlegen, welches Werk sie in welcher Weise verändern würde.

Es folgte ein intensiver Prozess, in dem das Originalwerk von Joanne K. Rowling analysiert wurde. Onna Rageth interessierte es, auf welchen Fundamenten diese Geschichte basiert und wie sich daraus eine Zukunftsvision gestalten liesse.

Die Überprüfung ergab, dass es sich bei der Harry Potter-Story zwar um das althergebrachte Muster des ewigen Kampfes zwischen Gut und Böse handelt. Dies jedoch mit einem markanten Unterschied: Während das Böse mit dem Protagonisten Lord Voldemort und dessen Paladinen (die sog. "Todesser") hauptsächlich metaphysisch besetzt ist, bestehen die Guten aus menschlichen (allenfalls halbmenschlichen) Hauptrollen. Nämlich Harry, seine Schulfreunde Ron und Hermine, sowie diverse angegliederte Personen (wie etwa Hogwarts Schulleiter Albus Dombledore).

Das Böse ist demnach in Form eines satanisch-übergeordneten Prinzips vertreten, während das Gute direkt von menschlichen Wesen verkörpert wird. Es existiert hier keine liebevolle und übermächtige Gottheit, welche das Gute als spirituell-übergeordnetes Prinzip repräsentiert.

Normalerweise sind die klassischen Geschichten, welche vom Kampf zwischen Gut und Böse handeln, stets so geprägt, dass das Gute dem Bösen bereits im Ursprung überlegen ist. In der Harry Potter-Saga existiert nicht einmal eine ebenbürtige Gegenmacht (wie bspw. eine Armee guter Feen, die von einer Göttin angeführt werden).

Aktionen, welche das Böse bekämpfen, werden von menschlichen Persönlichkeiten mit magischen Fähigkeiten ausgefochten. Magie? Dieser Aspekt ist zunächst zu definieren. Denn es besteht ein Unterschied zwischen dem Glauben an dämonische Kräfte, wie sie sich bspw. in schamanistisch-animistischen Naturreligionen offenbaren. Und einer mehr intellektuell-hermetischen Ansicht der Magie, welche die Erkenntnis und Anwendung der Naturgesetze proklamiert. Die Art der Magie in den Harry Potter Romanen ist der letzteren Form zuzuordnen.

Wird Magie als die prinzipielle Wirkungskraft der Natur verstanden, dann orientiert sie sich an zyklischen Gesetzmäßigkeiten. Alles Materielle und alles Immaterielle unterliegt demnach wiederkehrenden Kreisläufen. Das gilt auch für kulturelle Aspekte. Wenn demzufolge die prä-patriarchale Zeit der Menschheit vom Matriarchat (Jäger & Sammler) geprägt war, dann könnte es also auch eine neo-patriarchale Zukunft geben, in der die Kulturen zu matriarchalischen Verhaltensweisen zurückkehren.

Legenden, Mythen und Sagen erzählen in symbolischer Form von solchen Erscheinungen. Diese Schlussfolgerung gab den Ausschlag dazu, die eigene Fortsetzung unter folgendes Kriterium zu stellen: Wie würde sich eine Übergangs-Epoche von der zeitgenössischen patriarchalischen zu einer künftig möglichen matriarchalischen Kultur bei Harry Potter zeigen?

Da im vorherrschenden Ablauf die guten Charaktere geschlechtlich eindeutig ausgerichtet sind, beschloss Onna Rageth, das Erscheinungsbild des antagonistischen Hauptcharakters neu zu kreieren.

So wurde aus dem grauslichen Lord eine Lady Voldemort. Das in strukturistischer Technik aufgebaute kontemporäre Bild mit dem Titel "Lady Voldemort or Harry Potter and the Fountain of Salmacis" ist demnach sehr aktuell. Sichtbar eben bspw. beim/bei der Gewinner/in des Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen, der/die sich von Tom Neuwirth zur Dragqueen Conchita Wurst wandelte (übrigens gibt es eine Verbindung über den Titel des Songs Rise like a Phoenix und dem fünften Band "Harry Potter and the Order of the Phoenix" aus dem Jahre 2003. Der Phönix ist das Symbol für Unsterblichkeit, Auferstehung und Wiedergeburt).

Zurzeit arbeitet Onna Rageth an einem spannenden Roman, in der das von ihr untersuchte Kriterium eines Zeitalter-Wechsels anhand der Geschlechterrolle von Gott und dem Teufel reflektiert wird.

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Quelle: www.pressetext.com/news/20140711011
Fotohinweis: "Lady Voldemort or Harry Potter and the Foundation of Salmacis" von Onna Rageth